Von Grace aus Ruanda
Ich bin jetzt sechs Monate in Deutschland, eines meiner größten Ziele war es, innerhalb kurzer Zeit fließend Deutsch zu sprechen und eine hilfreiche Person in meiner Einsatzstelle zu sein. Ein halbes Jahr später kann ich sagen, dass ich, obwohl ich noch nicht fließend spreche, viel besser Deutsch verstehe und spreche als zuvor. Dieser Fortschritt hat mich sehr glücklich gemacht, weil er mir die Zuversicht gibt, dass ich auf dem richtigen Weg bin.
Der Weg des Deutschlernens war nicht einfach, aber er hat sich gelohnt. Jeden Tag verstehe ich mehr Wörter und kann mich in Gesprächen ausdrücken. Das hat mir nicht nur Freude, sondern auch ein Gefühl der Zugehörigkeit gegeben. Ich habe erkannt, dass es bei Sprache nicht nur um Grammatik und Wortschatz geht, sondern auch um den Aufbau von Verbindungen zu Menschen und Kulturen.
In den vergangenen Monaten hatte ich die Gelegenheit, an unserem zweiten Seminar teilzunehmen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, weil es uns Raum gab, über wichtige Fragen nachzudenken, wie zum Beispiel, was uns Kraft gibt und was uns Kraft nimmt. Diese Reflexionen haben mir geholfen, tiefer in mich hineinzuschauen und zu verstehen, wie ich mich im täglichen Leben um meine Energie und Motivation kümmern kann.
Ein weiteres Highlight war unser Besuch bei der Tafel in Wuppertal. Ich erfuhr, dass es eine der größten Tafeln in Deutschland ist, und es war beeindruckend zu sehen, welche Arbeit sie für die Gemeinschaft leisten. Diese Erfahrung hat mir die Augen dafür geöffnet, wie wichtig Solidarität und Unterstützung für Menschen in Not sind.
Neben dem Lernen hatten wir auch lustige Momente. Wir spielten Spiele, die uns als Gruppe näher zusammenbrachten und gleichzeitig Raum für Entspannung und Lachen schufen.
Gemeinsam machten wir auch einen Plan für die nächsten sechs Monate. Das gibt mir eine klare Orientierung und etwas, worauf ich mich freuen kann. Mein persönlicher Wunsch ist es, mein Deutsch weiter zu verbessern, in täglichen Gesprächen sicherer zu werden und noch mehr über die deutsche Kultur zu erfahren.
Einer der erfüllendsten Teile meiner Zeit hier war meine Freiwilligenarbeit in meiner Einsatzstelle in der Ev. Elias Kirchengemeinde Dortmund. Ich genieße es, Teil der Gemeinschaft zu sein, mich an ihren Aktivitäten zu beteiligen und einen Beitrag zu leisten, wo immer ich kann. Es ist ein Ort, an dem ich gleichzeitig lernen, dienen und wachsen konnte. Mein Wunsch ist es, an meiner Einsatzstelle weiterhin eine hilfreiche Person zu sein, andere zu unterstützen und während meines Aufenthalts hier so viel wie möglich zurückzugeben.
Diese sechs Monate in Deutschland waren eine Reise des Lernens, der Reflexion und des Wachstums. Ich bin dankbar für die Fortschritte, die ich gemacht habe, für die Menschen, die ich kennengelernt habe, und für die Erfahrungen, die mich immer wieder prägen. Ich danke der VEM (Vereinigte Evangelische Missionen), Ev. Elias Kirchengemeinde Dortmund und meiner Heimatkirche, der Eglise Presbyterien au Rwanda (EPR), für diese Chance und dafür, dass sie all das möglich gemacht haben. Ohne ihre Unterstützung hätte ich nichts von alldem erreicht. Ich blicke mit Hoffnung, Offenheit und Motivation auf die kommenden Monate.
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